• Konzernumsatz in Q1 2020 bei EUR 315,7 Mio. (Q1 2019: EUR 203,3 Mio.)
  • EBITDA steigt auf EUR 39,0 Mio. nach EUR 0,0 Mio. im ersten Quartal des Vorjahres
  • Adjusted EBITDA von EUR -10,4 Mio. (Q1 2019: EUR -3,5 Mio.) spiegelt höhere M&A-Aktivität bei Zukäufen wider
  • Bereits drei Akquisitionen im laufenden Geschäftsjahr getätigt, darunter ein Add-On und zwei neue Plattforminvestitionen
  • Ausblick 2020 geprägt von Corona-Pandemie, aber auch von Vertrauen in die Nachhaltigkeit des Mutares-Geschäftsmodells

München, 14. Mai 2020 – Die Mutares SE & Co. KGaA (ISIN: DE000A2NB650) erzielte im ersten Quartal 2020 Umsatzerlöse von EUR 315,7 Mio. (Q1 2019: EUR 203,3 Mio.). Für den Umsatzzuwachs sind die hohe Transaktionsaktivität im Laufe des Geschäftsjahres 2019 sowie im ersten Quartal 2020 verantwortlich. Dabei konnte ein operatives Ergebnis (EBITDA) in Höhe von EUR 39,0 Mio. erzielt werden (Q1 2019: EUR 0,0 Mio.), das Adjusted EBITDA1) ist mit EUR -10,4 Mio. (Q1 2019: EUR -3,5 Mio.) erwartungsgemäß negativ. Der Rückgang beim Adjusted EBITDA ist vor allem auf die noch negativen Ergebnisbeiträge der neu erworbenen Einheiten zurückzuführen.

Die liquiden Mittel betragen zum 31. März 2020 EUR 141,8 Mio. (31. Dezember 2019: EUR 79,7 Mio.), die Eigenkapitalquote der Mutares Gruppe liegt mit 22,8 % unter der zum 31. Dezember 2019 (24,5 %). Ursächlich dafür ist im Wesentlichen die Bilanzverlängerung durch die hohe Akquisitionsaktivität und die erfolgreiche Platzierung der Anleihe im Volumen von EUR 50,0 Mio. im Februar 2020.

Erfreuliche Entwicklung auf operativer Ebene

Im Segment Automotive & Mobility konnten die Umsatzerlöse für das erste Quartal 2020 trotz des Nachfragerückgangs im Automobilsektor und der weltweiten Auswirkungen durch die Verbreitung des Coronavirus dank der neuen Plattforminvestitionen Plati, KICO und PrimoTECS auf EUR 124,8 Mio. (Q1 2019: EUR 104,8 Mio.) gesteigert werden. Das EBITDA des Segments lag mit EUR 34,8 Mio. deutlich über dem Vorjahreswert von EUR 4,8 Mio. Das um Sondereffekte bereinigte Adjusted EBITDA war bedingt durch die noch negativen Ergebnisbeiträge der neuen Plattformakquisitionen sowie den umsatzbedingten Rückgang der Profitabilität bei STS mit EUR -3,3 Mio. (Q1 2019: EUR 4,9 Mio.) erwartungsgemäß rückläufig.

Das Segment Engineering & Technology verzeichnete in den ersten drei Monaten 2020 einen Umsatzanstieg auf EUR 105,9 Mio. nach EUR 90,5 Mio. im ersten Quartal 2019. Ursächlich für den Anstieg sind die Effekte aus den im Laufe des Jahres 2019 erfolgten Add-on-Akquisitionen für die Donges Group, NORDEC und FDT, sowie der im ersten Quartal 2020 abgeschlossene strategische Zukauf von Loterios für die Balcke-Dürr Group. Der Anstieg des EBITDA auf EUR 2,0 Mio. (Q1 2019: EUR -3,4 Mio.) resultiert im Wesentlichen aus Gewinnen aus günstigem Erwerb (Bargain Purchase) durch den Kauf von Loterios. Die positive Entwicklung beim Adjusted EBITDA von EUR -6,9 Mio. im ersten Quartal 2019 auf EUR -4,2 Mio. im ersten Quartal 2020 spiegelt die erfolgreichen Restrukturierungen in der Donges Group und bei Gemini wider.

Die Umsatzerlöse des Segments Goods & Services kletterten im ersten Quartal 2020 deutlich auf EUR 84,9 Mio. (Q1 2019: EUR 8,0 Mio.). Der starke Umsatzanstieg ist auf die drei Plattforminvestitionen TréfilUnion, keeeper Group und BEXity zurückzuführen. Begünstigt von den Gewinnen aus günstigem Erwerb (Bargain Purchase) durch die Add-on-Akquisition von keeeper Tableware beläuft sich das EBITDA auf EUR 2,6 Mio. (Q1 2019: EUR -1,2 Mio.). Das Adjusted EBITDA wurde im Berichtsquartal von den negativen Ergebnisbeiträgen aus den neuen Plattform-Investitionen erwartungsgemäß belastet und beläuft sich auf EUR -2,6 Mio. (Q1 2019: EUR -1,2 Mio.). Auf operativer Ebene hervorzuheben sind die erfreulichen Fortschritte bei der Umsetzung des Optimierungsprogramms in der keeeper Group und die Expansion durch die Integration des von Metsä erworbenen Serviettengeschäfts, das unter keeeper Tableware firmiert.

 

Operative Phase im Rahmen des Mutares-GeschäftsmodellsZugeordnete Beteiligungen zum Q1 2020Umsatz in EUR Mio.Adj. EBITDA in EUR Mio.
RealignmentKICO Group
PrimoTECS
TréfilUnion
BEXity Group
91,4-6,0
OptimizationPlati Group
keeeper Group
Cenpa
Balcke-Dürr Group
64,2-5,1
HarvestingElastomer Solutions Group
STS Group
Gemini Rail Group
Eupec
Klann
Donges Group
160,11,1

 

Starker Jahresauftakt mit bereits drei Zukäufen

Transaktionsseitig wurden zum Jahresstart insgesamt drei Kaufverträge für zwei neue Plattformbeteiligungen und einen strategischen Zukauf unterzeichnet. Als Add-on für die Balcke-Dürr Group beschleunigt der Zukauf der italienischen Loterios das Wachstum der Gruppe. Die Mehrheitsbeteiligung von 80 % am Geschäft von Nexive, dem zweitgrößten Brief- und Paketanbieter in Italien und derzeit eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von PostNL, stärkt als Plattform-Investition künftig das Segment Goods & Services. Die Übernahme bestimmter Dichtungs- und Flüssigkeitsaktivitäten von Cooper Standard trägt als zweite Plattform-Akquisition im laufenden Geschäftsjahr zur Expansion im Segment Automotive & Mobility mit signifikanten Synergiepotenzialen für die Elastomer Group bei. Der Abschluss der beiden Plattformakquisitionen wird für das zweite Quartal 2020 erwartet.

Zwei Exits und Platzierung einer Anleihe erfolgreich umgesetzt

Der Jahresauftakt stand unter dem Eindruck der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus und den daraus resultierenden operativen Folgen für die einzelnen Beteiligungen. Dies wird sich insbesondere auch im zweiten Quartal fortsetzen. Mutares ist es gelungen, in diesen schwierigen Zeiten mit dem Verkauf des polnischen Teils der Balcke-Dürr Group sowie der Aktivitäten in Tschechien von BEXity zwei Exits erfolgreich abzuschließen.

Zur Finanzierung des Weiteren anorganischen Wachstums des Portfolios und wertsteigernder Investitionen konnte Mutares im Februar zudem eine vorrangig besicherte, variabel verzinsliche Anleihe mit vierjähriger Laufzeit im Volumen von EUR 50,0 Mio. erfolgreich platzieren. Die Anleihe ist sowohl an der Börse in Frankfurt als auch in Oslo gelistet.

Ausblick 2020 unter dem Einfluss der COVID-19-Pandemie

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie stellen die Mutares Gruppe auf operativer Ebene einerseits vor Herausforderungen, bieten andererseits insbesondere im Bereich M&A auf der Kaufseite erhebliche Chancen, sodass wir von einer erhöhten Aktivität im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres ausgehen. Mit drei Transaktionen zum Jahresauftakt, die in Summe für ein annualisiertes Umsatzvolumen von mehr als EUR 400 Mio. stehen, und der erfolgreichen Platzierung einer Anleihe im Volumen von EUR 50,0 Mio. gelang Mutares ein guter Start in das Geschäftsjahr 2020. Ziel ist es, inklusive potenzieller weiterer Akquisitionen im laufenden Geschäftsjahr einen Konzernumsatz von mehr als EUR 1,5 Mrd. zu erzielen. Die Wertschöpfung von Mutares ist nur zu etwa einem Drittel dem klassischen Konjunkturzyklus unterworfen und basiert zu einem erheblichen Teil auf Sondersituationen. Daher sieht sich der Mutares-Konzern auch in einem für verschiedene Portfolio-Gesellschaften operativ schwierigen Jahr in der Lage, einen ausreichend hohen Jahresüberschuss zu erzielen, um die nachhaltige Dividendenpolitik fortsetzen zu können. Vor diesem Hintergrund sieht Mutares unverändert die Chance, auch im von der Corona-Pandemie geprägten laufenden Geschäftsjahr 2020 an seiner nachhaltigen Dividendenpolitik von mindestens EUR 1,00 je Aktie festhalten zu können. Weitere Ausführungen und die Einführung des ROIC / ROE als wesentliche Erfolgskennzahl werden in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen dargestellt. Die Veränderung schafft aus Sicht der Gesellschaft eine erhöhte Transparenz und unterstreicht die eingeleitete Neuausrichtung der Gesellschaft mit dem Ziel, das führende Carve-out / Special Situations Private Equity Unternehmen in Europa zu werden.

 

1) Das Adjusted EBITDA ist eine um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Steuerungskennzahl. Basis für die Berechnung bildet das berichtete Konzern-EBITDA, bereinigt um transaktionsbedingte Erträge (Bargain Purchases), Restrukturierungs- und sonstige Einmalaufwendungen sowie Entkonsolidierungseffekte.